Präsenz kommuniziert ununterbrochen – über Haltung, Stimme, Bewegung und noch bevor ein Wort fällt. Barbara Hesse weiß, warum diese Signale in Millisekunden wirken und nicht durchweg kontrollierbar sind.
Diplom-Kauffrau. Verantwortete in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften den Prozess der strategischen Angebotserstellung für Großkunden. Heute verhilft sie Führungskräften und Freelancern zu authentischer Präsenz und überzeugenden Auftritten.
Vielfältig! Mit Charisma, anhand von Optik wie Kleidung oder Make-up. Präsenz funktioniert über Mimik und Gesten. Großen Anteil hat die Körpersprache, vor allem bei Interaktion. Das reicht weit über die Haltung der Hände hinaus und endet nicht mit der Frage „Wie sitzt man auf einem Stuhl?“ Die Art und Weise einen Raum zu betreten, sich darin zu bewegen – auch das spielt eine Rolle. Spricht man mit lauter oder leiser Stimme, eher schnell oder langsam, nutzt man viele Fachbegriffe?
Wer mit Präsenz präsentieren will, dem rate ich zu Storytelling und einem Flipchart – das vermittelt Dynamik, transportiert Energie und klappt sogar online. Übrigens: Für die Präsenz in der virtuellen Welt sind stimmiges Licht und adäquater Ton entscheidende Aspekte.
Zu glauben, die Wirkung seiner Präsenz vollständig kontrollieren zu können. Etwa mit sorgfältig zurecht gemachter Kleidung, oder in dem man versucht, seine Körpersprache im Griff zu halten. Präsenz wird vom Gegenüber wahrgenommen und bewertet. Dabei entscheidet das Gehirn mithilfe des limbischen Systems innerhalb von Millisekunden wie wir reagieren – positiv oder negativ. Dieser Prozess läuft automatisch ab, ohne dass wir ihn kontrollieren können.
Wenn also der Oberkörper und die Arme meines Gesprächspartners „alles richtig machen“, aber unter dem Tisch werden die Füße gekreuzt und die Beine nach hinten gebeugt, dann signalisiert mein limbisches System: „Da passt etwas nicht zusammen!“ Dieses unbewusste Störgefühl beeinflusst unsere Bewertung von Präsenz.
Insbesondere an der Körpersprache des Empfängers. Einer authentischen Präsenz begegnet man zugewandt, man ist aufmerksam, zeigt sich interessiert, stellt Nachfragen und lächelt mit dem ganzen Gesicht, anstatt nur die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Am schönsten ist es natürlich, seine positive Präsenz als persönliches Feedback bestätigt zu bekommen.
Was Sie für Ihre Kommunikation mitnehmen können
Souveräner Oberkörper, unterm Tisch gekreuzte Füße. Das limbische System meldet „Da stimmt was nicht!“
Was Barbara Hesse für Präsenz beschreibt, findet sich auch in Unternehmenskommunikation: die Tonalität der Mail ist eine andere als in der Angebotsbeschreibung, das Preismodell passt nicht zur Positionierung. Kunden merken unbewusst, wenn zwischen Touchpoints Widersprüche entstehen. Folge?
Vertrauen schrumpft schneller, als gute Claims es aufbauen können.