Kommunalpolitik erreicht Menschen nicht allein mit Fakten. Richard Arnold beschreibt, warum Tradition, Nähe und das Verständnis für den Empfänger über das Gelingen seiner Kommunikation entscheiden.
Das richtet sich nach der Kommune, ihrer Tradition, Geschichte und danach, welche Kultur die Stadt prägt.
Gmünd ist katholisch und eine freie Reichsstadt. Das Bürgertum hat ein ausgesprochenes Selbstbewusstsein. Man kümmert sich, hilft und bringt Dinge eigenständig auf den Weg. Auch deshalb geht die Kommunikation kommunaler Politik hier in Gmünd viel nach Emotion und Gespür, weniger nach Ratio, wie etwa in einer von Industrie dominierten Stadt. Ich nutze gerne Veranstaltungen, Feste, Begegnungen auf dem Wochenmarkt – dieser Art der Kommunikation stehe ich nahe. Außerdem helfen uns Multiplikatoren, das sind meist die Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie diskutieren bei jedem Vereinstreffen und Kaffeekränzchen – so bringe ich die Themen und Anliegen unter die Leute. Aber was hier in Gmünd funktioniert, mag im Nachbarort nicht mehr gelten, einfach weil das Gemeinwesen anders tickt.
Grundsätzlich finde ich: Für die Kommunikation von Kommunalpolitik muss man wissen, wofür die Kommune steht und woher sie kommt – um daran anknüpfen zu können.
Oftmals meint Kommunikation, die Wahrheit zu kennen. Das mag sein, ist aber nicht das Entscheidende. Wichtiger ist die Wahrnehmung der Wirklichkeit – wie wird sie empfunden? Und zwar vom Gegenüber, mit dem man spricht. Entscheidend ist der Empfänger, nicht der Sender.
Am Wahlergebnis.